Kapitel 27 -Überraschungen-

Obwohl er schon seit Äonen immer wieder auf Raumschiffen unterwegs war, erleichterte es ihn, nun endlich festen Boden unter den Füßen zu haben. Gerade trat er hinter Towa aus dem kleinen Gleiter und war froh, diese Raumstation hinter sich zu lassen. Atlan hatte für die nächste Zeit genug halbtote Körper gesehen. Genug Blut und Leid. Aber wie er seine Aufträge kannte, würde dies hier nicht einfach abreißen. Er musterte Towas Rückansicht einen Moment. Ein so perfektes Abbild eines Menschen hatte er noch nie gesehen. Oder zumindest erinnerte er sich nicht daran. Sie war schön wie der pure Morgen nach einer eisigen Nacht. Makellos war ihre Haut und wallend das lange Haar.

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Kapitel 26 -Einsamkeit-

Schar-Atlan, schallte in seinem Kopf wieder. Es war lange her, dass jemand ihn so genannt hatte. „Woher kennst du diesen Namen?“, fragte Atlan und schloss die Augen resignierend. Vermutlich würde sie gleich wieder verschwinden, sich in winzige Mäander auflösen und er würde erwachen. Wie immer mit mehr Fragen als vorher. Aber nichts passierte. Der Arkonide öffnete seine roten Augen und blickte erneut in das Gesicht Quinns, die ihm gegenüber auf den Knien saß und ihn anblickte. Ihr Kopf lag in leichter Schräge und entblößte ihren zarten Hals. „Du findest alle Antworten, die du suchst, im Dorf der Howaren, Atlan.“

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Kapitel 25 -Vergangenheit-

„Dein Körper ist nicht beschädigt?“, sprach Atlan nach einer langen und schmerzhaften Untersuchung. Towa war sicher fähig, aber besonders einfühlsam konnte man sie nicht nennen. Jedoch war der Arkonide von ihrer Erscheinung durchaus beeindruckt. Sie war schön und dem was sie tat zur Folge, war sie überaus intelligent. Atlan hatte schon einige Androidinnen gesehen. Aber Towa gehörte zu den schönsten. „Glaubst du wirklich, ich hätte dir meine wertvollste Hülle geschickt? Der Körper, den du zerstört hast, war ein Versuch. Mein erster Versuch, einen Körper zu gestalten“, antwortete Towa, während sie Atlan eine Spritze in den Oberarm jagte. Ja, jagen war das richtige Wort. Selbst die Heiler im Land der Romet waren nicht solche kaltschnäuzigen Metzger gewesen. Einige zumindest.

„Dann ist das dein echter Körper?“Atlan ließ den Kopf in die Kissen sinken und sah an die sterile weiße Decke. „Das ist der Körper, den Sain und Quinn mir geschenkt haben, ja. Es ist bisher nicht gelungen, ihr Werk zu übertreffen.“ Atlan nickte stumm und atmete tief ein und aus. Es war vorbei. Der Kampf um die gefangenen Howaren war vorbei. „Ich habe noch zwei, aber die sind vollkommen unnütz. Ich denke, dieser Körper wird der Meine bleiben, wenn ich dich begleite.“

Der Arkonide stutzte und wandte den Kopf herum, um Towa anzusehen. Ehe er etwas sagen konnte aber sprach die Frau mit der gebräunten Haut weiter, ohne ihn anzusehen: „Du kannst nichts sagen, was mich umstimmen wird. Ich werde dich begleiten. Wenn es noch eine winzige Chance gibt Quinn zu sehen, dann werde ich sie nutzen und du wirst mich nicht aufhalten.“ Atlan, der es lange Zeit gewohnt war von Frauen keine Widerworte zu bekommen, hob eine Braue. Aber was sollte er in seinem Zustand schon dagegen tun? Und überhaupt war es sicher nicht schlecht, nach diesem Alptraum eine Verbündete an seiner Seite zu haben.

„Aber du musst dich noch eine Weile ausruhen. Deine Wunden sind tief“, fügte sie an und sah nun seitlich aus dem Augenwinkel zu Atlan herüber, der eine Braue in die Luft hob. „Besonders die am Bein“, erklärte er und erntete von Towa nur ein kurzes Schmunzeln. „Ich hätte dich schlimmer verwunden können, wenn ich gewollt hätte.“ Das hätte sie vermutlich. Atlan hatte gehofft, dass dieser Angriff eine Reaktion auf ihren stummen Blickaustausch war. Dass sie verstanden hatte, dass sie an Sains Leichenrobotern nur vorbei kämen, wenn sie ihn täuschten. Offenbar hatte sie es verstanden. „Der Aufbau deines Köprers ist dem eines Menschen ähnlich?“, bemerkte er und sah wieder an die Decke. Er schloss seine Augen und atmete durch. „Ist er. Dein Messerstoß hätte mich töten können“, gab sie zurück und wandte sich von Bett und Monitor ab, um zu gehen. „Ich habe nicht auf dein Herz gezielt und auch nicht auf die Lunge. Ich wusste, dass das Brustbein meinen Stoß abfangen würde, wenn ich es nicht übertreibe.“ schloss Atlan diesen Dialog ab und war drauf und dran wieder einzuschlafen.

Im Gehen hielt Towa noch einmal inne, wandte sich zu ihm um und sah ihn von oben herab an. „Warum? Warum hast du dein Vertrauen mir geschenkt und nicht Sain?“.Atlan ließ sich die Frage kurz durch den Kopf gehen und sinnierte über eine Antwort. Aber eigentlich war diese sehr einfach. „Quinn sagte, ich solle Towa vertrauen. Nachdem ich wusste, dass du Towa bist, gab es für mich da keine Frage.“ Das war die Antwort und Atlan klang auch so, als würde er das meinen. Mit seiner Antwort änderte sich Towas Haltung, sowie ihr Blick. Beides wurde weniger herablassend und deutlich sanfter. Jetzt setzte sich die Androidin sogar auf die Bettkannte neben ihn. „Erzähl mir von ihr, ja?“, bat sie leise und legte ihre Hand auf die des Arkoniden. Atlan hob die Schultern an und legte den Kopf etwas schräg zu ihr, um sie ansehen zu können.

„Ich kann nicht viel sagen. Sie besucht mich in meinen Träumen und ich glaube, dass ich sie kennen müsste. Aber ich kann mich nicht an sie erinnern.“.Atlans Antwort wurde von einem Seufzen begleitet. „Ich habe gerade…“ begann er und war plötzlich still, als wären ihm die restlichen Worte im Hals stecken geblieben. Gerade noch im Traum hatte er versucht sich zu erinnern. Und irgendwas war ihm eingefallen. Aber was war es? Kurz kniff Atlan die Augen zusammen, als hätte er Schmerzen. Akribisch durchsuchte er sein Hirn und erneut wunderte er sich über das Ausbleiben eines Kommentars seines Extrasinnes. Ich werde dich nicht in deinen Palast der Einsamkeit begleiten. Dieser Satz hallte in seinem Kopf wieder und Atlan versuchte zu greifen, zu welcher Person dieser Satz zu gehören schien. Doch es war, als würde er versuchen, Nebel mit den Händen zu fangen. Kaum umschloss er die Erinnerung, schon war sie durch seine Hände geflossen und hatte sich aufgelöst. „Ich erinnere mich nicht.“ Wiederholte er noch einmal, ehe er erschöpft wieder in einen tiefen Schlaf hinüberglitt.

Stimmen um ihn herum verwirrten seinen eben friedlich schlummernden Geist. Atlan öffnete die Augen und fand sich in einem Haus wieder, das für einen hochentwickelten Arkoniden nicht schlimmer riechen konnte. Übermäßiger Gebrauch von Duftölen, Feuer und ungewaschene Männer. Diese Kombination hätte ihn beinahe würgen lassen. Atlan setzte sich auf. Er befand sich auf etwas, das sicher ein Bett sein sollte. Barbarisch war es. Hart und kratzig, belegt mit den Fellen toter Tiere. Er war sich sicher, dass er nicht der erste war, der hier seine Bettstadt gefunden hatte. Zwei zierliche und braun gebrannte Hände legten sich auf seine Knie und der Geruch der Duftöle kam näher. „Wirst du mich lieben?“, fragte eine Frauenstimme, mehr entschlossen als unsicher. Als hätte sie sich die Antwort auf diese Frage schon selbst gegeben. Atlan wollte den Blick heben, sie ansehen. Es gelang ihm jedoch nicht.

Er musste träumen, gestand er sich ein, und wehrte sich nicht gegen die Bilder vor seinen Augen. „Wirst du mich lieben?“, wiederholte die Frauenstimme noch einmal, dann verblassten die Hände auf seinem Bein und auch die Umgebung verschwamm und verschwand in der Dunkelheit seines Traumes. Das Bild veränderte sich. Atlan sah nach unten und erblickte den vor Fieber glühenden Körper einer Frau, die in seinen Armen lag. Er musterte ihr Gesicht und versuchte sich zu erinnern. Dunkles Haar und die feinen Züge der Schönheit riefen in ihm etwas wach, das längst nicht mehr präsent gewesen war. Er hatte sie einst gerettet. Erst aus einem Turm voller Einsamkeit und dann vor dem Fieber. Sie hatte die Unterseekuppel gesehen, seinen Palast der Einsamkeit. Doch sie kam nicht mit ihm, als es für ihn Zeit war zu gehen. „Daganya“, sprach er leise und strich der Frau in seinen Armen eine Strähne aus dem schweißnassen Gesicht.

Und in dem Moment, als er ihren Namen aussprach, löste sich die schöne junge Daganya auf und Atlan blieb mit leeren Händen zurück. Fassungslos starrte er zu Boden. Wie hatte Quinn von ihr erfahren können? Gerade als er noch ganz in sich selbst und dieser Frage gefangen war, kamen Schritte näher. Nackte Füße gingen auf ihn zu. Und bei jedem Schritt plätscherte es leise, als würden sie auf Wasser laufen. Der Arkonide hob den Blick und sah in das Gesicht der Frau, die ihn in seinen Träumen heimsuchte. Quinn stand vor ihm, nur in ein weißes Leinentuch gewickelt. Das lange weißblonde Haar lag bis zu ihren Knien in Wellen auf ihrem Rücken. Die blauen Augen mit dem pinken Kranz blickten ihn sanft an. „Daganya. Ich erinnere mich an diesen Namen“, sprach sie leise und ging vor Atlan in die Hocke, der immer noch nicht wusste, was genau hier vor sich ging. „Wer bist du?“, wiederholte Atlan leise und ergriff ihre Schultern. „Ich muss es wissen!“, fuhr er sie an, etwas schroffer als er beabsichtigt hatte.

„Ich bin Quinn“, antwortete sie und legte ein Lächeln auf die Lippen, das Atlan erneut das Gefühl gab, er wäre ein Junge und würde nichts wissen von der Welt. „Was ist mit Daganya! Warum zeigst du sie mir?!“, fuhr er sie an, langsam aber sicher mit der Beherrschung kämpfend. „Wolltest du dich nicht erinnern, Atlan?“ Quinn legte den Kopf leicht schräg. Als hätte ein Kind eine wirklich dumme Frage gestellt. „Woran denn erinnern? Was hast du mit Daganya zu tun, Quinn? Das ist Jahrtausende her!“ Atlans Stimme wurde immer lauter, ungehaltener. Inzwischen hatte er sie fest gepackt. Er wollte sie nicht loslassen, wollte nicht mit noch mehr Fragen gehen, als er sowieso schon hatte. „Siehst du es nicht, Schar-Atlan?“, flüsterte sie leise und sah ihn durchdringend an.

Atlan ist eine Figur aus dem Universum der PERRY RHODAN-Serie. Mit freundlicher Genehmigung des Pabel-Moewig Verlags, Rastatt.

Wo ist die Geschichte hin?

Liebe Freunde und Leser!

Der Traum vom Weltall sollte eigentlich eine Fanfiction-Blogstory werden. Jetzt habe ich aber schon seit vielen Monaten daran herumgebastelt und mich entschieden, dass dieser Blogroman meine ganz eigene Geschichte werden soll.

Aus diesem Grund habe ich die zwei Kapitel wieder offline genommen, um sie von Grund auf noch einmal neu zu schreiben.

Ich freue mich aber schon darauf euch bald etwas zu präsentieren, dass ganz allein aus meiner Feder kommt ❤

*ist ganz aufgeregt*

Liebe Grüße

Lie

Kapitel 24 -Erwachen-

Liebe Leser,
heute feiern wir den 60. Geburtstag der Perry Rhodan Reihe! Zu diesem Anlass gibt es etwas Musik.
Für das neue Kapitel hat mir eine sehr liebe Musikerin gestattet einen ihrer Songs zu verlinken, der mich beim Schreiben inspiriert und begleitet hat. Ich hoffe ihr habt beim Hören ebenso viel Spaß wie ich und der Song trägt euch durch das neue Kapitel, so wie er es bei mir getan hat.
Vielen Dank liebe Ally, dass ich dich hier verlinken darf!
Alycia Marie – Rootless

Viel Spaß mit dem Song und dem nachfolgenden Kapitel!

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Tief in Gedanken schwamm der leblose Körper in der grünlich schimmernden Flüssigkeit. Einsamkeit durchzog ihren Geist. Sie war allein. Erneut war sie von ihm getrennt. Aber sie würde Atlan wiederfinden, wenn die Zeit gekommen war. Ihr Körper gehorchte ihr nicht. Schon lange nicht mehr. Vermutlich hielt nur noch ein dünner Faden ihren Geist an ihm fest. Sonst hätte der Fährmann sie längst zu sich geholt.
Aber sie war noch da. Und sie wartete auf den Moment, an dem er zu ihr zurückkehren würde. Und so lange ließ sie sich von ihren Gedanken treiben.

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Kapitel 23 -Gewählt-

Atlan war gerade den ersten Schacht nach oben gefahren, da befiel ihn ein merkwürdiges Gefühl. Als würde er beobachtet werden. Er sah hinaus in den Flur, in dem die Trümmerteile des Kampfroboters inmitten eines gigantisch schwarzen Fleckes lagen. Drumherum waren einige Dellen in den Wänden und im Boden. Wie Schrapnelle hatten sich Fetzen des Kampfroboters in die Wände gebohrt. Vermutlich hätte diese Explosion ihn getötet, wäre Quinn nicht da gewesen. Wieso tat diese Frau das alles für ihn? Atlan versuchte sich zu erklären, was diese mysteriöse Verbindung zwischen ihm und Quinn sein musste, kam aber zu keinem Ergebnis. Und wieso löste ihre Gegenwart immer wieder Bilder in seinem Kopf aus, die er sich nicht erklären konnte?

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Kapitel 22 -Genie und Wahnsinn-

Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen. Ihr erster Tag auf der Raumstation. Ich war überglücklich, meine Schwester endlich wieder in meiner Nähe haben zu können. Vorher waren wir immer zusammen, so lange ich denken kann. Aber dann wurde ich als Chefwissenschaftler auf die Station Ten-Chi gerufen und arbeitete weit entfernt von ihr. Ich wollte nicht weg von Towa, aber meine Familie bestand darauf. Immerhin war es eine große Ehre, sagte mein Vater.

Umso größer meine Freude, als meine Schwester und ich endlich wieder vereint waren. Wir waren Eins und funktionierten wie eine gut geölte Maschine. Gemeinsam setzten wir unser Ziel. Wir wollten die künstliche Intelligenz der Station erweitern und die Raumstation auf ein neues Level der Technik heben. Wir würden allen schaffen, wenn wir nur zusammen waren.

Und dann kam diese Frau.

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Kapitel 21 -Erinnerungen-

Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen. Mein erster Tag auf der Ten-Chi Raumstation. Ich war so aufgeregt wie niemals zuvor. Vor allen Dingen, weil ich hier mit meinem Bruder zusammenarbeiten durfte. Wir waren immer zusammen, so lange ich denken kann. Bis er einen schönen Tages als Chefwissenschaftler hierher beordert wurde. Alle waren mächtig stolz auf ihn. Ich natürlich auch. Aber schon vom ersten Tag an hat er mir gefehlt. Also schrieb ich mich ein und hatte das Glück nach hier oben versetzt zu werden. Sain und ich waren ein super Team und wir arbeiteten in jeder freien Minute an der künstlichen Intelligenz der Station, die irgendwann unserem Volk viel Arbeit abnehmen sollte. Wir waren unzertrennlich, eine Einheit, die niemand besser hätte programmieren können. Und dann lernte ich Quinn kennen.

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VI -Die Liebenden

Die Liebenden zeigen keine Scheu vor Nähe und Intimität. Sie lassen sich auf die Liebe ein und brennen leidenschaftlich füreinander. Die tiefe Vereinigung ihrer Seelen kennt kein Geschlecht, keine Vergangenheit und keine Zukunft, denn das Feuer ihrer Vereinigung brennt ihm Hier und Jetzt. Wenn nicht in einer Partnerschaft, so schenken die Liebenden ihre Zuneigung und ihre Aufopferung denen, die ihr Herz gewonnen haben.